Rezension: Dunkle Seiten – Band VI

Titel: Dunkle Seiten – Band VI
Inhalt: 120 Seiten, Illustriert
Verlag: www.twilightline.com, Wasungen, August 2012
ISBN: 978-3-941122-83-3
Der Titel ist als Taschenbuch, Hardcover und eBook erhältlich.

Das Ebook habe ich mir im Zuge einer Gratis-Aktion zugelegt und war richtig gespannt auf ein paar gute Horror-Geschichten. Band 6 von „Dunkle Seiten“ wurde aber leider mindestens im Halbdunkeln geschrieben, ansonsten kann ich mir die Zeitfehler und häufigen Wortwiederholungen nicht erklären.

Trick or Treat (Marc Hartkamp)


Die Grundidee gefällt mir ganz gut, aber leider lässt der Autor den Protagonisten erzählen, statt es ihn (und damit den Leser) direkt erleben zu lassen. Das hätte der Geschichte und dem Gruselfaktor sehr gut getan! Handwerklich ist die Geschichte ansonsten okay. Überraschungen oder Wendungen gibt es keine.

Die Seance (Birgit Raule)

Der Hauptcharakter ist lächerlich naiv, womit ich mich leider überhaupt nicht identifizieren kann. Protagonisten sollten immer clever und nachvollziehbar handeln, um sie glaubwürdig darzustellen, gerade weil er der für den Leser der Anker zur Geschichte ist!
Die Freundin des Protagonisten ist recht stereotyp, was man bei einer Kurzgeschichte aber nicht unbedingt als negativ auslegen kann, wenn dafür die anderen Charaktere dreidimensionaler sind. Der Protagonist ist es leider nicht.
Zum Handwerk:
Die Autorin sollte darauf achten, weniger Füllwörter zu benutzen. Das würde den Text deutlich entschlacken!
Besonders negativ aufgefallen sind die häufigen Wortwiederholungen. Auch hier benötigt die Geschichte eine Überarbeitung.
Das Ende gefällt mir nicht, da agiert der Protagonist plötzlich entgegengesetzt dem, was er vorher gesagt und gedacht hat.
Gut gefallen haben mir die Beschreibungen, was der Alp mit den Besuchern während der Seance anstellt!

Orgiastic (Marc Gore)

Die schlechteste Geschichte des ganzen Buches. Dem Autor geht es nicht darum, etwas zu erzählen, sondern blutig-ekelhafte Szenen zu schreiben. Ich habe das erste Mal in meinem Leben große Teile einer Geschichte übersprungen, weil mir die Beschreibungen zu explizit waren und rein gar nichts zur Geschichte beigetragen haben.
Neben der exzessiven Gewaltdarstellung wird auch das Ausrufezeichen exzessiv benutzt. Der Autor wiederholt sich auch sehr oft und es könnten viele Sätze gestrichen werden, die keinerlei Aussage haben.

Der Rausch des Feenlandes (Alexander Knörr)


Die Wortwiederholungen treten hier so häufig auf, dass sie dem Autor eigentlich auffallen sollten oder zumindest dem Herausgeber! Krasse Zeitfehler zu Beginn der Geschichte fördern auch nicht gerade die Lust zum Weiterlesen.
Die Grundidee der Geschichte gefällt mir, aber leider wird das Potenzial nicht ausgeschöpft. Da hätte man mehr draus machen können, finde ich.
Das Ende der Geschichte ist unlogisch. Hier schreibt er, dass die Presse von dem gefährlichen Buch weiß bzw. wusste. Aber wieso hat dann niemand etwas dagegen unternommen?

Die blutende Wand (Manfred Schnitzler)


Die Geschichte ist stellenweise recht wirr geschrieben, was das Lesen unnötig erschwert. So werden z.B. in manchen Sätzen Ereignisse aus der Zukunft vorweggenommen, was der Spannung meiner Meinung nach nicht gut tut. Spannender wäre es gewesen, wenn der Autor die Geschichte hätte chronologisch passieren lassen, statt sie einfach zu erzählen.
Bei dem Titel erwartet der Leser eigentlich zu erfahren, warum die Wand blutet. Die Erklärung wird aber nicht geliefert, was sehr enttäuschend ist.

Schwesterherz (Daniel Möhle)


Die beste Geschichte des gesamten Buches.
Das Ende der Story war ganz nach meinem Geschmack, denn da steckt eine dicke Überraschung drin. Danke, Daniel! Du verstehst dein Handwerk!
Negativ muss ich anmerken, dass die Geschichte am Anfang sehr träge in Fahrt kommt. Hier würde eine Kürzung wunder wirken und die gute Story noch besser machen!

Santas Dorf der Verdammten (Thomas Williams)

Sehr langatmiger Anfang. So langatmig wie ein 8-Stunden-Marsch durch die Wüste. Du quälst dich durch, in der Hoffnung, das noch was gutes kommt. Dann wird es auch besser, als das Pärchen auf ein Weihnachtsdorf und seine bösen Bewohner trifft.
Von da an verläuft leider alles wie man es erwartet und es passieren keinerlei Überraschungen. Das Ende ist okay, der Schlusssatz das Highlight der Geschichte.
Sehr lustig! 🙂

Das Ferkeltaxi Oliver Henzler

Handwerklich verbesserungswürdig. An sich aber eine nette kleine Geschichte mit überraschendem Ende. Alleine, dass die Geschichte eine Pointe hat, im Gegensatz zu vielen anderen dieses Ebooks, hat mich angenehm überrascht!

Wicked Tale Melanie Vogltanz

Düstere Story über zwei Brüder. Hat mir gut gefallen, ebenso das Ende! Etwas konstruiert fand ich, dass der Bruder unterbewusst wieder zu der Kirche zurückkehrt, exakt 15 Jahre nach dem schlimmen Vorfall.

Der Nebel S.R. Nikolay

Handwerklich gut, Story an sich aber recht langweilig und ohne Überraschungen. Trotzdem ist sie eine der besseren des Buches!

Der blutige Bräutigam Sonja Jeziorowski


Der Autor erzählt uns mehr, als das er uns an der Geschichte direkt teilhaben lässt. Es gibt häufige Wortwiederholungen, keine Überraschungen und ein unbefriedigendes Ende.

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Gesamtwertung:


Die meisten Geschichten brauchen dringend eine Überarbeitung. Die Autoren sollten ihre Geschichten kürzen, Wortwiederholungen und Zeitfehler vermeiden und ihren Erzählungen mit der ein oder anderen Überraschung mehr Pepp verleihen!
In meinem Artikel „5 Wege, deinen Text besser zu machen!“ gebe ich ein paar Tipps, schaut mal rein!

 

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