Wie bereite ich mich auf meine erste Lesung vor?

Meine erste Lesung steht mir bevor. Sie winkt mir vom Horizont aus zu, lacht mich aus und reibt sich genüsslich die Hände. Alleine bei dem Gedanken nässe ich mich ein und mein Herz schlägt mir bis zum Hals… Aber Vorbereitung ist die halbe Miete und davon möchte ich euch hier berichten.

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Vorbereitung im Kopf

„Oh Mann, ich will das nicht!“

Das mag für Besucher meiner Lesung jetzt vielleicht etwas seltsam klingen, daher lasst es mich etwas entwirren: Ich habe definitiv Lust, Menschen meine Geschichten vorzustellen und sie neugierig darauf zu machen. Auch freut es mich, Leute zu unterhalten. Ebenso habe ich Lust drauf, an diesem Abend viele Freunde um mich zu haben und ihnen zu zeigen, was ich in meinem kranken Kopf so zusammenschustere. Das alles ist cool! Yeah, Baby!

„Was nicht cool ist: Ich muss vorlesen. Vor fremden Menschen und sogar meinen Freunden! Fuck.“

Das konnte ich noch nie. In der Schule habe ich es gehasst. Nein, noch nicht mal das Vorlesen vor der Klasse, das war ja der absolute Super-Gau. Selbst von meinem Platz aus hatte ich Probleme damit und war super nervös. Meine Atmung verschluckte meine Wörter, mein Herzschlag tötet meine Stimme.

Warum also tue ich mir das an? Bevor ich jetzt eine Rede schwinge über Angst, Überwindung und sich weiterentwickeln, fasse ich mich einfach kurz: Es muss sein. Ihr wisst warum.

Jedes Mal, wenn ihr Angst habt, es aber trotzdem macht, wisst ihr auch, warum ihr es tut: Angst soll nicht unser Leben einschränken. Manchmal ist der Kampf schwer, ab und zu verlieren wir ihn, aber aufgeben zu kämpfen dürfen wir nicht. Gut, jetzt hattet ihr sie doch, meine Rede über die Angst. Sorry, Autoren-Krankheit.

Okay, jetzt wisst ihr also, das ich an diesem Abend sterben werde. Falls ich vor meiner Lesung also vielleicht nicht ganz so der nette, entspannte Zeitgenosse bin, wisst ihr warum. Seid mir nicht böse, nach meiner Lesung können wir uns dann gerne bei 5-8 Bier unterhalten und dann kann ich auch wieder lachen!

Kommen wir zum seriösen Teil dieses Beitrages! Dafür setze ich auch meine Brille auf die Nasenspitze, nur für euch!

Vorbereitung des Handwerks

Was soll an diesem Abend eigentlich passieren?
Wie lange lese ich vor?

Das sind alles Fragen, die ich im Vorfeld mit dem Veranstalter (UB-Verlag) geklärt habe. Neben mir wird noch Autor Marco Reuther ein Buch vorstellen. Beide haben wir 30 Minuten, jeweils geteilt in 2 x 15 Minuten.
Nur Vorlesen sei auch nicht gut, habe ich gesagt bekommen. Die Leute wollen auch etwas über den Autoren und seine Sicht auf das Schreiben erfahren. Aha. Oh Mann. Fällt mir aber definitiv leichter, als vor zu lesen, immerhin! 🙂

Gut, also habe ich diesen Plan hier geschmiedet:

Erste 15 Minuten:
– Mich vorstellen
– Meine Welt / Charaktere grob vorstellen / Roman erwähnen
– Vorlesen

Zweite 15 Minuten:
– Wann ich schreibe / Wie ich schreibe (Struktur, Vorlieben usw.)
– Geschichte vorlesen
– Auf den Kauf meiner Bücher (Leckerbissen / Alle Kurzgeschichten aus Nuun) und meine kostenlosen Postkarten und Lesezeichen aufmerksam machen

Klingt schon ganz passabel, oder?

Ich habe mich dann einfach mal hingesetzt und habe mich mit meinem Smartphone aufgenommen und die Lesung so gehalten, wie ich sie mir vorstelle. Schnell wurde mir klar, das ich meine Erklärungen kürzen muss und darauf achten muss, welche Geschichten ich vorlese.

Mit einer Online-Stoppuhr konnte ich schnell feststellen, wie lange es dauert bestimmte Kurzgeschichten vorzulesen.

Mir war auch wichtig, die Location vorher zu besuchen. Das konnte ich passenderweise mit der Lesung meiner lieben Autorenkollegin Sabine Osman verknüpfen, die mich überhaupt erst dazu angestupst hat, da mitzumachen!

Ich konnte also sehen, wie groß der Raum ist, wie viele Leute dort reinpassen und so weiter. Das nimmt mir ein bisschen die Nervosität, denn ich komme dort am 18. Oktober nicht in ein komplett neues Umfeld.

Natürlich habe ich mich auch ausgerüstet für den großen Tag:

 

Hier seht ihr, wer während meiner Lesung
die Buchhaltung übernehmen wird.
Hier die Bücher, die ich an dem Abend
verkaufen möchte.
ALLE!
Gebt mir eure Asche und ihr bekommt
dafür jede Menge kranke Gedanken von mir! 🙂
Postkarten und Lesezeichen gibt
es an dem Abend gratis!

Bleibt mir am Ende nur zu sagen: Ich freue mich auf alle Besucher. Und ich hoffe, dass ich trotz meiner Aufregung ein bisschen unterhalten kann! 🙂 Weitere Informationen zu meiner Lesung inkl. Karte zur Location!

Weitere Logbücher über meine Arbeit am Roman und dem dem

Dasein als Autor findet ihr hier.

Gehabt euch wohl und meidet die Dunkelheit, liebe Leser!

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