Interview mit Elke Schwab

Hallo Frau Schwab!Es ist mir eine Ehre, mit Ihnen mein
Interview für die 1. Hombuch-Blogtour zu führen. Ich habe mir über Tage
hinweg Gedanken gemacht, was ich Sie fragen könnte und bin sehr gespannt auf
Ihre Antworten!

Vielen Dank! Ich bin schon sehr gespannt auf Ihre Fragen!

Foto: http://winyphotoart.de/

 

1.      Im
September letzten Jahres ist Ihr neuer Saarlandkrimi „Pleiten, Pech und
Leichen“ erschienen, mit dem Sie auch schon ein paar Lesungen bestritten
haben. Wie sind die bisherigen Reaktionen auf das Buch?
Mit diesem Buch habe ich etwas Neues gewagt, nämlich einen
Krimi mit viel schwarzem Humor, und habe damit bis jetzt sehr gute Erfahrungen
gemacht. Die Reaktionen sind überwiegend positiv, meine Figuren kommen gut an
und es wurde sogar nach einer Fortsetzung verlangt! Das macht natürlich Lust
und Laune, auch eine solche Fortsetzung zu schreiben.
2.      Da
wir gerade bei Lesungen sind: Am 29. März lesen Sie auf der Hombuch, der
Homburger Buchmesse hier im Saarland. Wie bereiten Sie sich auf solche Lesungen
vor? Haben Sie vielleicht Tipps für angehende Autoren?
Ich bereite mich immer so vor, in dem ich mir selbst laut
vorlese und dabei auch die Zeit stoppe, sofern man nur eine begrenzte Lesezeit
hat. Damit will ich vermeiden, dass ich überziehe und anderen, die auch noch
lesen wollen, ihre Zeit stehle. Das wäre ein unfaires Verhalten, was ich nicht
an den Tag legen will.
Angehenden Autoren würde ich sogar empfehlen, sich selbst
beim Vorlesen aufzunehmen und hinterher abzuhören. Sie werden staunen, welche
Korrekturen man dadurch an sich selbst machen kann. Ich habe es am Anfang auch
so gemacht.
3.      Auf
Ihrem Blog habe ich gelesen, dass Sie eine Auftragsarbeit von dem Sutton-Verlag
über das Saarland erhalten haben. Können Sie da schon Genaueres berichten?
Das ist ein Buch, das mal gaaaaanz anders sein wird als
alles, was ich bisher geschrieben habe, nämlich ein Sachbuch. Und zwar will der
Sutton-Verlag, dass ich etwas über das Saarland schreibe. Dieses Buch gestalte
ich außerdem nicht allein, was auch neu für mich ist. Ich mache es zusammen mit
einem Fotografen, mit dem ich gut befreundet bin.
4.      Können
Sie sich vorstellen auch mal in einem komplett anderen Genre zu schreiben? Was
wäre da Ihre erste Wahl?
Ich bin gerade dabei, in einem komplett anderen Genre etwas
zu schreiben, und zwar eine Biografie. Und damit wäre wohl auch schon die Frage
beantwortet, denn nach dieser Biografie, die von einem ganz besonderen Menschen
handelt, den ich selbst leider nie kennengelernt habe, will ich noch eine weitere
schreiben. 

5.      Wie
sieht ein normaler Schreiballtag bei Ihnen aus?
Ich bin nicht so verbissen, dass ich mir einen Stundenplan
auflege. Da mein Mann und ich mit unseren Pferden hinter dem Haus sozusagen
zusammenleben, gehört auch die Arbeit mit unseren Tieren zum Alltag. Und das
ist für mich sehr wichtig, denn die Tiere sind es, die mich am besten
inspirieren können. Also werden morgens zuerst die Pferde (und der Esel PomPom)
versorgt, bevor ich mich an den PC setzen darf.
6.      Wie
können Sie sich jeden Tag erneut zum Schreiben motivieren?
Es gibt Tage, an denen schreibe ich  besonders viel, weil mich die Muse küsst. An
anderen Tagen funktioniert es weniger, dann zwinge ich mich auch nicht dazu.
Ich halte es gern so, dass mir das Schreiben Spaß machen soll. Also gehe ich es
gelassen an.
7.      Was
empfehlen Sie Neulingen, die planen, vom Schreiben ihren Lebensunterhalt zu
verdienen? Wie kann man das schaffen?
Ich rate jedem Neuling, zuerst einmal des Schreibens wegen
zu schreiben. Wer damit gleich Geld verdienen will und dazu noch den
Lebensunterhalt bestreiten will, der nimmt sich etwas vor, was unter Umständen
nicht umsetzbar sein könnte. Und dadurch könnte es auch passieren, dass dem
Neuling gleich wieder die Lust am Schreiben vergeht. Also lieber eine
Leidenschaft daraus machen, ständig an sich arbeiten und abwarten, was sich
ergibt. Manch einer oder eine hatte ja schon das große Glück, mit dem ersten
Buch entdeckt worden zu sein. Aber das ist so ähnlich wie ein Sechser im Lotto. 

8.      Haben
Sie schon mal eines Ihrer vielen Tiere in Ihren Geschichten auftreten lassen?
Einmal in meiner eigenen Biografie! Aber die habe ich nicht
veröffentlicht und werde es vielleicht auch nicht schaffen, denn diese
Geschichte ist doch verdammt persönlich.
Ansonsten ist mein Pferd „Teufel“ fest verplant! Er war das
beste Pferd auf dieser Welt und musste viel zu früh gehen, was mich nicht nur
unendlich traurig gemacht hat, sondern auch eine lange Zeit krank und unfähig
zu schreiben. Ihm werde ich die Biografie widmen, die ich bereits weiter oben
schon angesprochen habe.
9.      Sind
Sie entdeckender Schreiber, also setzen sich hin und schreiben einfach drauf
los, nur mit einer groben Richtung im Kopf oder aber planen Sie die Handlung
vorher komplett durch?
Ich bin eigentlich beides! Ein Verleger wollte mal, dass ich
einen Bergmannskrimi schreibe. Da ich mich in dieser Branche nicht auskenne,
also viel recherchieren musste, war dieser Krimi zum großen Teil durchgeplant.
Ansonsten – wenn die Recherchen weniger umfangreich sind – schreibe ich gern
drauf los.
10.  Sie
haben in einem anderen Interview mal erzählt, dass Sie zum Schreiben gekommen
sind, weil Ihr damaliger Deutschlehrer Sie bezüglich eines Aufsatzes vor der
Klasse bloßgestellt hatte und Sie aus Trotz weitergeschrieben haben.
Haben Sie diesen Deutschlehrer inzwischen noch mal getroffen? Bei einer Lesung
vielleicht?
Nein! Dieser Mensch lebt vermutlich nicht mehr, weil er
damals schon gesoffen hat und besoffen zum Unterricht kam. Ich würde auch
keinen Wert darauf legen. Viel lieber habe ich ihm in einem meiner Krimis ein
Schicksal angedeihen lassen, wie es mir besonders gut gefallen hätte … 

Elke Schwab liest unter Tage - Blutige Seilfahrt im Warndt

 

11.  Können
Sie sich vorstellen, dass eines Ihrer Bücher vielleicht einmal verfilmt wird?
Wenn ja, welches und welche Schauspieler wünschen Sie sich dafür?
Klar doch! Am besten wäre dafür ein Krimi aus der
Baccus-Borg-Reihe geeignet, weil diese beiden Kommissare echte Hallodris sind
und sicherlich auch toll im Fernsehen ankommen würden. Als Schauspieler würden
mir Matthias Schweighöfer als Lukas Baccus und Felix Klare als Theo Borg gut
gefallen. Und nicht zu vergessen: Dietmar Bär als Staatsanwalt Renske.
12.  Was
halten Sie persönlich von verlagsunabhängigen Autoren, den sogenannten
„Selfpublishern“. Könnten Sie sich sowas auch für sich selbst
vorstellen? Für Ihr nächstes Buch vielleicht?
Ich habe meine sogenannte „Autorenkarriere“ mit einem
Selfpublishing-Buch begonnen, als es diesen tollen Ausdruck noch gar nicht gab!
Damals nannte man das Eigenverlag. Die Erfahrung, die ich damit gemacht hatte,
war gut. Nur litt mein Image darunter, weil es damals verpönt war. Deshalb
finde ich es inzwischen besser, dass diese Art der Veröffentlichung anerkannt
wird.
Da ich aber zurzeit einen Verlag – bzw. zwei – habe, denke
ich nicht darüber nach, mein nächstes Buch selbst zu veröffentlichen.
Frau Schwab, ich danke Ihnen für Ihre Zeit und freue mich,
Sie auf der Hombuch persönlich kennen lernen zu dürfen! 🙂

Die aktuellen Bücher von Elke Schwab:

 

Pleiten, Pech und Leichen - Ein Saarland-Krimi von Elke SchwabBlutige Mondschein Sonate - Ein Baccus Borg - Krimi von Elke Schwab

 

Viele weitere Informationen rund um Elke Schwab finden Sie auf ihrer Website:
www.elke-schwab.blogspot.de
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