Über den Umgang mit Lesern

Spätestens wenn du deinen ersten Roman geschrieben und veröffentlicht hast, hast du sie: Leser. Doch wie geht man mit diesen um? Wie verhält man sich gegenüber diesen besonderen Menschen, die Geld und Lebenszeit dafür gegeben haben, um dein Werk lesen zu können?Waschanleitung

 

Eine Anleitung:

Wenn du einen Text geschrieben hast, wird es vorkommen, dass dir Menschen ganz offen und ehrlich sagen, was sie von deinem Werk halten. Das kann positiv sein oder aber auch negativ. Wichtig ist, dass du gut zuhörst. Manches wirst du seltener, andere Dinge öfter gesagt bekommen. Und wenn mehrere Leser unabhängig voneinander etwas an deinem Werk kritisieren, könnte vielleicht was wahres dran sein.
Natürlich darfst du dich nicht persönlich angegriffen fühlen, wenn es mal Kritik hagelt. (Das ist nicht leicht, ich weiß wovon ich rede.) Falsch am Platz wäre hier z.B. eine Abwehrhaltung einzunehmen und das Werk zu verteidigen. Sieh es als losgelöst von dir selbst. Es geht um das Geschriebene, nicht um dich als Person!

Please do not cross this barrierDieser Rat gilt auch, wenn Leser auf Amazon oder anderen Plattformen schlechte Rezensionen schreiben. Nimm die Kritik an, oder lass es. Aber komm bloß nicht auf die Idee, einen öffentlichen Hass-Kommentar zu schreiben oder den Verfasser hinterrücks mit einer persönlichen Nachricht zu attackieren.
Besser: Bedanke dich per Kommentar für die Rezension (immerhin wird über dein Buch gesprochen!) und notiere für dich selbst die Punkte der Kritik, die du annehmen willst, um es bei deinem nächsten Werk besser machen zu können.

LeserfotoOft kann es auch passieren, dass Leser Bilder von deinem Roman auf verschiedenen Plattformen wie Instagram oder Twitter posten. Hier finde ich es sehr wichtig, diese Mühen ausreichend zu honorieren. Entweder durch einen Retweet oder Like oder aber mit einem netten Kommentar. Das zeigt, dass du deine Leser wahrnimmst, sie ernst nimmst und schätzt!
Ich finde es sehr respektlos, wenn man als Autor auf diversen Social Media – Plattformen anwesend ist, es aber nicht schafft, auf Kommentare oder dergleichen zu reagieren. Liebe Autoren: Wir haben das Jahr 2016, bitte lernt mit den Plattformen umzugehen oder meldet euch gar nicht erst an. Sonst schadet ihr euch am Ende nur selbst.
Gerade erst habe ich eine Buchreihe zu Ende gelesen, die mir sehr gefallen hat. Der Autor schien mir unerreichbar, bis ich ihn auf Twitter entdeckt habe und ihm dort mitteilte, wie sehr ich seine Bücher mochte. Nach wenigen Stunden antwortete er mir:

Das fühlte sich verdammt gut an und hat mich sehr gefreut und mir noch einmal klar gemacht, wie wichtig es heutzutage ist, mit seinen Lesern in Kontakt zu treten.

Hast du gute Erfahrungen im Umgang mit Autoren gemacht? Oder schlechte? Erzähl mir davon in den Kommentaren! 🙂

Oder bist du selbst Autor? Wie gehst du mit deinen Lesern um? Hast du Anregungen oder Tipps? Erzähl mir davon in den Kommentaren! 🙂

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7 Replies to “Über den Umgang mit Lesern”

  1. Hallo Benjamin! Über Bookrix bin ich auf Deine Seite gekommen und finde die Tipps sehr interessant. Ich habe vor einem halben Jahr begonnen, mich aktiv in der Literaturwelt zu bewegen und schon einige Bücher veröffentlicht. Zwei via Bookrix (Benedictus), und dann habe ich mit einem Autorenpseudonym einen Roman via BoD als gedruckte und eBook-Version veröffentlicht und auch manchen Buchhandlungen ein Gratisexemplar geschickt, aber leider hab ich bisher nur schlechte Kritiken über mein Buch ‘Adrians Entscheidung’ gelesen. Somit stellt sich für mich die Frage, ob ich nicht vielleicht einen anderen Autorennamen verwenden sollte da ich keinesfalls aufhören möchte/werde, Bücher zu schreiben. Was meinst Du? LG, Rainer Benedictus (bourdanin@hotmail.com)

    1. Hallo Rainer! 🙂

      Versuche herauszufinden, was genau die Leser an deinem Text bemängeln. Dann arbeite daran, das zu verbessern. Letztendlich ist es egal, unter welchem Namen du deine Bücher veröffentlichst, wenn diese nicht qualitativ ihr Geld wert sind. Wenn du weitere Fragen hast, kannst du dich gerne wieder per Email bei mir melden, da haben wir uns heute ja schon mehrfach ausgetauscht :).

      Viel Erfolg!

  2. Hallo Benjamin!
    Ich schreibe unter Pseudonym sowie unter Klarnamen. Über jede einzelne Kritik freue ich mich erstmal, egal ob positiv oder negativ. Natürlich muss man da drüber stehen, wenn mal keine guten Wörter fallen, das ist gar nicht so einfach. Ich finde es wichtig, dass Kritik konstruktiv ist, sonst bringt das keinem was-weder Leser noch Autor.
    Bei meinem Fantasyroman wurde mehrmals bemängelt, dass die Sprünge zwischen den Handlungssträngen zu schnell sind. Etwas, was ich beim nächsten Fantasyding (aktuelles Projekt) auf jeden Fall besser machen möchte. Für diesen Hinweis bin ich sehr dankbar.
    Rezensionen an sich, besonders auf der größten EBook-Verkaufsplattform, sind oft eine heikle Angelegenheit. Manchmal denke ich, dem Leser wird zuviel und gleichzeitig zu wenig Macht gegeben.
    Im Übrigens finde ich Kommentare unter den Rezis unnötig, Kontakt zu Lesern fetzt persönlich am meisten. Lesungen, ach …
    Liebe Grüße, Julia

    1. Hallo Julia!

      Ich sehe das auch so. Kritik ist erstmal gut. Jemand hat sich die Mühe gemacht, sich mit deinem Werk auseinanderzusetzen. Letztendlich ist es dir überlassen, was du mit dieser Kritik anstellst.
      Ich finde persönlichen Kontakt zu den Lesern auch am besten. Ich hoffe du bist auf Twitter, denn auf dieser Plattform hatte ich bisher immer sehr guten Austausch mit meinen Lesern! 🙂

      Was Amazon angeht: Deal with it. Das meine ich nicht böse, aber seien wir ehrlich: Wenn ich als verlagsunabhängiger Autor (weiß nicht, wies bei dir aussieht) nicht über diese Plattform verkaufe, habe ich es sehr viel schwerer überhaupt Leser zu finden.

      Viel Motivation und Geduld beim Schreiben wünsche ich dir! 🙂

      Liebe Grüße
      Benjamin Spang

  3. Lieber Benjamin,
    Du sprichst ein Thema mit psychologischem Auftragscharakter an: Kritik respektvoll üben und Kritik aushalten, annehmen und umsetzen.
    Wir haben uns mit dem Bourbon Kid auch ganz vortrefflich amüsiert, by the way. In jüngeren Jahren hatte ich eine ähnlich nette und lesernahe E-Mail-Erfahrung mit der Autorin Alexandra Potter. Und vor ein paar Tagen hat sich Scott Sigler in ein Twitter-Hin-und-Her eingeklingt, da habe ich dann doch Bauklötze gestaunt. Seinen Videobeitrag zur Autorenwebsite (er podcastet) habe ich sehr genossen, lässiger Knabe!

    1. Hallo Alexandra! 🙂

      Das ist herrlich erfrischend gegenüber all den Autoren, die in keinster Weise auf irgendwelche Nachrichten, Kommentare oder Emails antworten, richtig? 🙂 So ein Autor möchte ich sein.

      Danke für deinen Kommentar!

      Viel Motivation und Geduld beim Schreiben wünsche ich dir! 🙂

      Liebe Grüße
      Benjamin Spang

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